Spanien

28.04.2022

Auch in Spanien kassieren sie auf den Autobahnen ab, oft alle paar Kilometer. Aber um San Sebastian müssen wir außen herum. Einige km dahinter verlassen wir die teure Autobahn und steuern unseren heutigen Campground an. „Itxaspe“ heisst er. Hier sind wir im Baskenland und viele Worte sind für uns unausprechbar. Der Platz ist fast leer aber wir müssen auf dem befestigten Weg campen, da der Host befürchtet, dass unser schweres Fahrzeug seinen aufgeweichten Grasboden zerwühlt. Eine kleine Snackbar gibt es hier, die wir am Nachmittag besuchen und uns dort Calamari und Pulpo schmecken lassen. Zum Nachtisch einen grandiosen Meerblick …

Leider etwas diesig…

29.04.2022

Ins Landesinnere zeigt heute der Kompass, wir wollen in den Nationalpark „Los Picos de Europa“. Zunächst über Maut-Autobahn („Pista“), dann über staatlich, kostenlose „Via“, bis wir die Autobahn verlassen und gen Südwesten abbiegen. Beim Tanken merken wir erst hinterher, dass in Spanien ein Rabatt von 25 Cent/l vom ausgewiesenen Dieselpreis abgezogen wird! So billig haben wir seit dem Kriegsausbruch noch nie getankt (€ 1,68/l). Nun verengt sich die Straße auf fast einspurig und extrem kurvig durch ein Wildbachtal hindurch. Elke bekommt wieder Kammerflimmern…

Die Ausblicke werden immer besser…

Immer mehr schneebedeckte Gipfel tauchen auf. Direkt am Fuß der „Picos de Europa“ finden wir den schönen „Campingplatz San Pelayo“ mit toller Aussicht.

Fast wie die Dolomiten: die Picos vom Stellplatz aus gesehen

Zwei Restaurants und ein Schwimmbad gibt es hier auch. Und „Wochenend-Spanier“. Eine Großfamilie mit 27 Kindern, Eltern, Großeltern und wer weiss wer noch „vertreibt“ uns von unserem Stellplatz. Ok, nicht ganz wahr, ich wurde mit 2 Flaschen Rioja vom Campingplatz-Host überredet, zwei Plätze nach rechts umzuziehen.

30.04.2022

Elke macht eine kleine Fahrradtour nach Potes und ich kümmere mich um Körperpflege und Camperservice.

Flüßchen durch Potes

Lokalkolorit

Mittags essen wir wieder gut und günstig im Campingrestaurant. Der Rest des Tages ist Relaxen und Berge beschauen gewidmet.

01.05.2022

Wir bleiben noch einen Tag hier, da das Wetter mitspielt und wir heute morgen Spitzenwetter haben. Deshalb fahren wir gleich nach dem Frühstück noch höher in die Berge zum „Fuentes Dé“. Hier gibt es eine Seilbahn, die uns in 4 min auf über 1800m Höhe hochbringt, zur Schneegrenze. Da wir  – für spanische Verhältnisse – so früh hier sind, ist noch sehr wenig los. Der Ausblick von oben in die Bergwelt ist grandios.

Blick über die Gipfel

Gegen 11 Uhr sind wir wieder zurück am Campingplatz und feiern den Tag der Arbeit mit einem weiteren Menue im Restaurant.

02.05.2022

Heute ist das Wetter mies, bedeckt und Nieselregen. Ideal für einen Fahrtag. Ich kurbele SUMO zurück durch das Wildbachtal zur Autobahn und dann ein paar Stunden bis nach Rinlo. Dort parken wir SUMO auf dem kleinen Campingplatz „Rinlo Costa“ ab und machen die Räder fertig. Essen gibt es nur im nahen Rinlo.

„Innenstadt“ von Rinlo

„Hafen“ von Rinlo

Das erste Restaurant weist uns direkt ab (complet). Bei dem zweiten müssen wir 30 Minuten auf einen Tisch warten. Vom Campingplatz Host hatten wir die Empfehlung für Hummer auf Reis, eine lokale Spezialität, bekommen. Bestellen wir auch prompt zusammen mit einer Portion Percebes (Entenmuscheln) als Vorspeise.
Zwei große Fehler.
ICH BIN BLIND!
Percebes haben mich geblendet!
Beim ersten Versuch eine Entenmuschel durch Drehung des „Kopfes“ zu öffenen, spritzt mir deren heisser Saft in beide Augen! Nach dem Kochen entsteht anscheined im Inneren der Muschel ein Überdruck. Trick: erst anpieksen, Druck ablassen und dann öffen. Mein Hemd war natürlich mittlerweise eingesaut.

Dann kam das Hauptgericht: Hummer und Gambas in Reissuppe. In einer extrem heißen Brühe mit Reis schwammen die Reste eines beliebig zusammen gehauenen Hummers (eher eine Languste) inklusive Kopf und Innereinen. Beim Versuch einige Stücke zu schälen verbrennen wir uns die Finger. Meistens sind es Teile, aus denen sich kein Fleisch gewinnen lässt. Auch mit einer Zange, die Elke anfordert, sind die Erfolge gering. Dafür sind alle Finger und Hände eingesaut, die Servietten triefen schon längst und der Hunger lässt sich nur durch den Matschreis stillen. Dafür müssen wir dann noch € 46 latzen! Die paar Percebes schlagen auch mit € 23 zu. Nein Danke, nie wieder!
100 € ärmer radeln wir zurück und Elke macht uns im Camper  am Abend  noch einen Nachtisch.

03.05.2022

Zwei Aufgaben gibt es heute: Elke will irgendeine Kathedrale besichtigen (Plaia des Cathedrais) und ich muss unsere Wäsche (die gestern eingesaut wurde) waschen, trocknen und legen…
Hier die Resultate:

Pilger auf dem Weg zur Cathedrais

Im Inneren derselben. Wo ist hier der Altar?

Und warum musste Elke dorthin klettern und durch Wasser waten? Und warum nur bei totaler Ebbe? Fragen über Fragen…
Da war es bei mir doch einfacher:

SUMO, ein Bäumchen und eine Wäscheleine – so einfach ist das!

 

 

Elke kommt gegen 14 Uhr von ihrer Pilgerreise zurück und wir sitzen noch etwas in der Sonne… Die ist plötzlich weg und die Wolken um uns machen sich fertig zum Erguß. Schnell noch die Fahrräder auf den Träger und dann pudelnass in den Camper. Die Heizung an und wir trocknen langsam, so dass wir ein verspätetes Mittagessen oder verfrühtes Abendessen zu uns nehmen können.
Elke beklagt verdrehte Tatsachen in diesem Blog…?

04.05.2022

Bei düsterem Wetter verlassen wir den letzten Ort und begeben uns weiter in den Südwesten. Anfangs merken wir davon gar nichts, es geht immer höher in die Berge (750 m), die Temperatur fällt auf 9 Grad, erst nieselt es und dann kommt Nebel. Eine richtig dicke Suppe mit Sichtweiten unter 20 m. Sobald wir die Höhen wieder verlassen, lichtet sich der Nebel und plötzlich wird das Wetter richtig schön. Unterwegs machen wir Halt an einem kleinen Supermarkt und stocken unsere Vorräte auf. Über mautfreie und mautpflichtige Autobahnen, sowie Landstraßen, erreichen wir unser heutiges Ziel: „Camping Muineira“, direkt am Meer. Wir bekommen den Stellplatz mit der besten Aussicht auf Meer und Inseln.

Das ist ein Ausblick!

Leider hat hier sonst nichts offen, selbst die Cafeteria ist zu. Also zurück zu deutschem Essen: Elke macht lecker Bratkartoffeln mit Einlage.

05.05.2022

Nach spätem Frühstück machen wir die Ebikes fertig und fahren nach  „San Vivente do Grova“ immer auf der Suche nach einem offenen Restaurant. Als wir schon fast verzweifeln, finden wir auf dem Rückweg eine kleine Tapas Bar, die gerade öffnet. Essen super und zum Teil sehr günstig: Elke nimmt das Menue des Tages mit Vorspeise, Hauptgericht, Desert, plus 1 Bier, 1 Kaffee und Brot inklusive für € 10.
Ich muss natürlich wieder a la Carte essen (Tintenfisch/Pulpo und Calamares) und versaue uns damit die Gesamtrechnung. Was lernen wir daraus:
Immer das Tagesmenue wählen. 

Suchbild: wo ist der Delfin?

Zurück am Campground wird verdaut und wir sichten noch einige Tümmler im Meer.

06.05.- 09.05.2022

Abfahrt. Tanken (mit Rabatt!), Autobahn, Landstraße, Campingplatz Santa Tecla. Schöner Platz, Restaurant und kleiner Laden. Schwimmbad ist noch zu, sanitäre Anlangen super. Essen im Restaurant auch ok. Wir hängen ab.
Elke sucht Vögel, aber ohne Erfolg.

Im Hintergrund ist schon Portugal

Wir müssen am nächsten Tag einige persönliche Dinge erledigen, das dauert fast den ganzen Tag. Essen wieder im Camping-Restaurant.
Am 8.Mai packen wir endlich die Räder aus und fahren nach A Guarda. Typisch spanische Stadt, verwinkelt und mit steilen Mini-Gassen.

A Guardia vom Hafen gesehen

Am Hafen gönnen wir uns einen Drink.

Viel macht der Hafen nicht her…

Kurz hinter dem Hafen finden wir ein open-air Restaurant für das Mittagessen, mit super Aussicht.

Ausblick vom Restaurant

Gesättigt radeln wir weiter, immer am Meer entlang.

Rad- Panorama

Wir erreichen die Flußmümdung mit der Festung.

Alte Festung im Hintergrund

An vielen kleinen Stränden vorbei, kommen wir wieder zurück zu SUMO.
Brot, Käse, Chorizo, Schinken und Wein beendigen den schönen Tag.

09.5.2022

Heute verlassen wir Spanien. Schnell noch alle Dieseltanks füllen (in Portugal teurer) und kurz danach überqueren wir den Rio Mino und sind in Portugal.

weiter geht es in Portugal

 

 

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